

Respekt lernen, Gemeinschaft stärken
Wie gelingt ein respektvolles Miteinander in einer neu zusammengesetzten Klasse? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine achte Klasse der Grund- und Mittelschule Eching in der Danziger Straße bei einem Präventionstag mit Jonas von „Shape School“. Finanziell ermöglicht wurde das Angebot durch eine Unterstützung der Eching Vereine, die sich am Weltkindertag beteiligen.
Im Mittelpunkt standen Kommunikation, gegenseitiger Respekt und der Umgang mit Konflikten. Die Schülerinnen und Schüler lernten die Inhalte nicht nur in Gesprächen, sondern vor allem durch Spiele, Bewegungsübungen und Rollenspiele kennen. Dabei ging es stets um die Frage, wie eine Gruppe gemeinsam ein Ziel erreichen kann und welche Bedeutung Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und klare Absprachen haben.
Bereits zu Beginn zeigte das Spiel „Rotes Licht, grünes Licht“, dass eine gemeinsame Strategie und gegenseitiges Zuhören notwendig sind. Was am Anfang noch nicht reibungslos funktionierte, wurde im Laufe des Tages erneut aufgegriffen. Dabei konnten die Jugendlichen erkennen, welche Fortschritte sie inzwischen gemacht hatten.
Besonders eindrucksvoll war eine Übung mit Luftballons. Die gesamte Klasse stellte sich in einer langen Reihe auf. Zwischen den Schülerinnen und Schülern wurde jeweils ein Luftballon eingeklemmt, der nur mit Brust und Rücken gehalten werden durfte. Gemeinsam musste die Gruppe einen längeren Weg zurücklegen, eine Wende machen und anschließend wieder zurückkehren.
Mehrere Versuche scheiterten zunächst. Die Stimmung wurde angespannter, Frust machte sich breit. Der Trainer nutzte diese Situation, um mit den Jugendlichen über Kommunikation, Aufgabenverteilung und Führung zu sprechen. Wer übernimmt Verantwortung? Wie kann man sich gegenseitig zuhören? Und wann ist es sinnvoll, die eigene Meinung zugunsten eines gemeinsamen Ziels zurückzustellen?
Der nächste Versuch gelang. Die Freude über das gemeinsame Erfolgserlebnis war bei den Jugendlichen und den beobachtenden Lehrkräften groß. Die Übung machte unmittelbar deutlich, dass Ausdauer, respektvolle Kommunikation und Zusammenarbeit zum Erfolg führen können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Konflikten. In Rollenspielen zeigte Jonas, wie Auseinandersetzungen eskalieren können und wie es möglich ist, rechtzeitig aus einem Konflikt auszusteigen. Die Jugendlichen konnten verschiedene Reaktionen ausprobieren und unmittelbar erleben, welche Wirkung ihr Verhalten hat.
Dabei wurde deutlich: Nicht jede Provokation muss beantwortet werden. Wer ruhig bleibt und sich nicht auf einen Streit einlässt, gibt einen Konflikt nicht automatisch verloren. Ein Schüler brachte die Erfahrung treffend auf den Punkt: Obwohl er sich aus der Auseinandersetzung zurückgezogen hatte, habe er den Konflikt eigentlich „gewonnen“.
Auch das aktive Zuhören wurde geübt. Die Jugendsozialarbeiterin Patrizia Menauer nahm nach eigener Aussage mehrere Anregungen für ihre Arbeit mit Jugendlichen mit. Klassenlehrer Joshua Pangerl hob besonders hervor, dass die Übungen der Klasse einen guten Einstieg in das neue Schuljahr ermöglichten.
Im vergangenen Schuljahr gab es zwei siebte Klassen, die nun zu einer achten Klasse zusammengeführt wurden. Durch die neue Zusammensetzung entstand die wichtige Aufgabe, dass alle Jugendlichen ihren Platz in der Klassengemeinschaft finden. Der Präventionstag bot Gelegenheit, gemeinsame Regeln zu entwickeln und über den gewünschten Umgang miteinander zu sprechen.

